2013-10-08 Grand Canyon:

Um 5 Uhr rappelt ganz schrecklich ein Wecker, obwohl der Bus erst um 9 Uhr Richtung Grand Canyon startet.
Da wegen des Government Shutdowns die beliebtesten Stellen South Rim und North Rim nicht besucht werden können, wird ersatzweise Grand Canyon West angefahren. Dies liegt im Indianergebiet und wird ganz normal weiter betrieben.
Als wir uns dem Zielgebiet nähern meint Holger: „Das sieht jo aus wie im Fernseh, bestimmt han die vunn Disney das nohgebaut”.
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Ab und zu sieht man eine Kuh in der Steppe grasen. „Die leben jo noch, guck se wackeln. Wanns do Kie gebbt, sinn bestimmt aach Geier do.”
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Die Busse halten kurz an einer schönen Stelle, um Fotos zu machen. Wir werden aufgefordert, gut aufzupassen, denn die Blätter des Yoshua Tree sind sehr scharf und Klapperschlangen gibt es auch. „Musch uffbasse wann de was klappere heersch. Entwedder sinns mit Spore beschlaane Flip Flops odder e rischdisch Klapperschlang.”
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Die ganze Landschaft ist so beeindruckend und erinnert an Wildwest Filme. „Do kammer sich rischdisch vorstelle, wie do de Old Scherrerhemd anne geritt iss. Der hodd bloß sellemols nett soviel Zuschauer gehadd.”
Es gibt so viel Interessantes zu fotografieren. Mal auf der einen, mal auf der andern Seite. Immer wieder muss man aufstehen und auf der anderen Seite ein Motiv aufnehmen. „Hey Jürgen, knippschde de Annika eer Display? Gell, do hosche mehr Zoom!”
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Jeder von uns erhält je einen Essensgutschein und eine Karte für Busshuttles. An drei Plätzen sind Sehenswürdigkeiten: Eagle Point, Guana Point und die Hualapai Ranch. Sie liegen je ca. 3 Meilen auseinander.

Kurz vor der Ankunft am Eagle Point macht der Busfahrer eine Durchsage: „Have a look out of the right side of the bus. Let’s have a WOW. 3, 2, 1 WooooW. You have a stunnung view on the Eagle, a rock shaped like an eagle with spread wings.” (Gebt mir ein WOW. …Auf der rechten Seite hat man einen beeindruckenden Blick auf eine Felsformation wie ein Adler mit ausgestreckten Flügeln.)
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Am Eagle Point gehen viele für 29 Dollar über den SkyWalk, ein zwei Meter breiter Bogen aus Stahl und Glas, der U-förmig 1200 Meter über dem Colorado River herausragt. Alle, die darüber gelaufen sind, berichten von einem atemberaubenden Ausblick.
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Manche haben einen Hubschrauber gechartert und machen einen Rundflug durch den Canyon. Auch hier unvergessliche Ausblicke auf die Felslandschaft.
Manchen wachsen bei solchen Eindrücken erstaunliche Kräfte zu:
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z.B. Alex, die Jörg „auf Händen trägt“
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oder Wiebke, die den Aufstieg schafft.
An den beiden Aussichtspoints ist man erstaunt. Obwohl das Felsplateau fast senkrecht hunderte von Metern abfällt, gibt es keine Geländer, keine Absperrungen. So werden die grandiosen Ansichten nirgends versperrt. Man hat die Natur pur.

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In vielen kleinen Gruppen zieht man los und merkt schnell, dass die Eindrücke, Gefühle und vor allem die schier unendliche Weite einfach nicht mit Kameras einzufangen sind.

Vor allem die Besucher der Ranch haben Spaß. Ein Cowboy animiert die Leute und erzählt, dass er letztes Jahr in München zum Oktoberfest war. Er habe vor allen Dingen eins dort gelernt: „Sigge Sagge Heu, Heu, Heu.” Womit wir uns gleich gut verstehen.
Beeindruckend auch, dass einige recht zutrauliche Erd- und Streifenhörnchen fast wie Fotomodels die Fotografen nahe an sich ran lassen.
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Wir lösen  die Essensgutscheine ein. Es gibt Hühnchen oder „Shredded BBQ Beef” mit Kartoffelpüree und Salat. Das Beef schmeckt lecker, wie Spareribs mit Barbeque Sauce. „Ahja, so macht man das bei minderwertigem Fleisch. Stark würzen! Ich bin auch eine gute Köchin.” merkt jemand an.
Dann erleben wir noch vor dem Eintreffen der Busse den Sonnenuntergang.
Es ist so unglaublich schön, die Stimmung erreicht einen Höhepunkt, als sich der Himmel rot färbt und die Klippen auf der Ostseite fast wie beim Alpenglühen leuchten, während die Westseiten in Schatten getaucht werden.
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Frau Woywode meint, dass man es auch beim dritten Erleben einfach nur wunderbar findet. Noch einige Male hört man ein „Zicke Zacke…” mit nachfolgendem Echo und Laola-Wellen. Auch Bekundungen dieses einmaligen Eindrucks.
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Die Fahrt nach Henderson zieht sich noch einmal eineinhalb Stunden. Es herrscht etwas müde Stille im Bus.
Noch einmal spät im Sunset Station Hotel in Henderson einchecken und nichts wie ab in die Kiste.
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An diesem Tag hat das Vorbereitungsteam eine ungaubliche Leistung erbracht und es geschafft, uns trotz der Umstände einen unvergesslichen Tag zu bereiten. BRAVO!

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